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Re: Ich war gestern bei....

Verfasst: Donnerstag 2. Oktober 2025, 21:52
von Dash
kottsack hat geschrieben: Donnerstag 2. Oktober 2025, 14:48
markus.whatever hat geschrieben: Donnerstag 2. Oktober 2025, 12:59 Beide Bands ziemlich cool!
Manchmal ist man doch neidisch, dass man in der Pampa statt in München wohnt..
Schau auf Deinen Kontoauszug - da werd ich neidisch, wenn ich schaue, was da an Miete weggeht. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Aktuell auf dem Weg ins Büro so ein wenig Kotzehaufen-Bingo. In welcher Straße/an welcher Ubahn-Station werde ich die erste Kotzelache der Nacht sehen. :mrgreen:
Warst nicht jeden Abend auf der depperten Wiesn ;-) ?

Re: Ich war gestern bei....

Verfasst: Freitag 3. Oktober 2025, 01:47
von kottsack
Ich hab nix gegen die Wiesn. Da weiß man immer, was man kriegt. Es ist aber auch jedes mal das gleiche. Und um die negativen Punkte, die sie mitbringt, kann man als Erfahrener schön einen Bogen rummachen:

- Ich radle aktuell nicht ins Büro, sondern arbeite von daheim aus. Mein Weg führt direkt an der Theresienwiese vorbei und es sind einfach zu viele Touristen und Landbevölkerung in der Stadt, die in ihren Köpfen sowas wie Radwege nicht kennen und Dir permanent wie nicht gescheit vors Rad laufen
- zwischen 21.00–23.00 Uhr fahre ich weder U3 noch U6 (die U5 kommt in meinem Leben nicht vor) sondern nehme die S-Bahn zu mir nach Hause, die nicht an der Theresienwiese vorbeifährt
- Ich radle generell nicht in der Bahnhofsgegend rum, weil siehe Punkt 1

Und ansonsten stört mich das hier null. MAn muss halt zu Fuß immer a bisserl mehr nach unten schauen, um nicht in Kotze zu treten.

Von daher: Wenns heuer eine Firmenwiesn bei mir gegeben hätte, wäre ich auf jeden Fall mit. Es gab keine. Und an den zwei Tagen, wo jemand Tische hatte, konnte ich nicht. Also bin ich nicht gegangen. Is nicht schlimm, wäre aber auch schön gewesen. Die Stimmung in den Zelten ist schon gut. Es kommt halt nie und nimmer an die Bergkirchweih zu Erlangen ran, aber zu der kann ich auch nicht in ca. 15 Minuten hinradeln.

-> ich muss da nicht miesepetern. Wer direkt neben dran wohnt, der hats blöd, aber alle anderen in der Stadt können dem eigentlich ganz gut ausweichen würd ich mal sagen. Ein paar Straßen weiter kriegst das Ding eigentlich bis auf die Leute in ihren Saufkostümen im Straßenbild nicht wirklich mit. Es ist eigentlich wie eine Faschingsfeier, außer dass die sich alle als das gleiche verkleiden.

Re: Ich war gestern bei....

Verfasst: Freitag 17. Oktober 2025, 14:37
von kottsack
...gestern bei Will Varley im Hansa.

Ich hatte ja hier vorab eine Karte noch angeboten, weil einer meiner Mitgänger krank war. Naja, aus meiner Sicht kann jeder froh sein, die nicht gekauft zu haben. Vorband war ne Britin mit Gitarre, die sich selbst "im Scherz" dafür entschuldigt hat, dass sie traurige Lieder singt. Das ist ja ok, aber ich fand den ganzen Auftritt einfach nur lästig. Sowas kann man machen, aber mir hats null gefallen. Ich hab mir das 3 Lieder lang angehört und bin dann raus, als sie "Teenage Dirtbag" auf Depri
gecovert hat. Naja, ein paar "Whohoo"-Weiber waren ja da, die sogar das abgefeiert haben.

Nach der "Umbaupause" kam dann WIll Varley, wobei ich mich frage, was da umgebaut werden musste. Die Pause von 30 Minuten dafür, dass ihm jemand ein volles Bierglas auf den Schemel stellen musste, war auch totaler Quatsch. Das war schon alles an die üblichen Konzertroutinen angepasst. So waren auch die jeweiligen Auftritte exakt an die zu erwartenden Zeiten abgemessen. Vorband exakt ne halbe Stunde von 20.00 Uhr bis 20.30 Uhr und die Hauptattraktion von 21.00 Uhr bis 21.15 Uhr, dann raus, dann noch gute 10 Minuten Zugabe und fertig ist der Effizienztrip.

Will Varley hatte ich 2018 glaub ich das letzte Mal an gleicher Stelle gesehen. Ein etwas verspulter Typ, der damals in Ansätzen bereits immer das Vergangene glorifiziert hatte, das ganze aber auch überzogen mit einem Zwinkern dargestellt hat, hat sich durch 2 Kinder, Corona-Pause und wohl einer Stimmband-OP zu einem Welthasser entwickelt, der an nichts mehr etwas positives finden kann. Seine Kinder nerven, seine Frau und er machen das ganze Zweckmäßig und er findet eigentlich alles scheiße, was gerade ist und trauert allem nach, was mal war und so triefen seine Lieder von Selbstmitleid, Vergangenheitssucht und Lethargie. Ich konnte damit gestern nichts anfangen. In Ansätzen hat man immer wieder mal rausgehört, was er eigentlich drauf hätte. Seine Stimme ist großartig, sein Spiel auch gut und dass er auch aus dem typischen Liedermuster ausbricht - das finde ich schön. Nur die Rolle, die er inzwischen auf der Bühne inne hat, die wirkt wie der ewig gestrige Onkel auf einem Familientreffen, der verbittert von seinen 2 lustigen Aktionen in seinen Zwanzigern erzählt.

Ich werd ihn mir nicht mehr anschauen und wünsche ihm, dass er irgendwie aus seinem wohl schrecklichen Alltag irgendwie wieder rauskann. Denn das Gejammer von Leuten mit Kindern, die sich unentwegt beschweren, hab ich im Umfeld dann doch schon genug. Das brauch ich nicht auch noch auf der Bühne. Wobei, kleiner Tipp, der die Leute schön zum Ausflippen bringt: Einfach mal fragen, warum sie die dann gemacht haben, wenn sie eh alles daran scheiße finden. (kapier ich übrigens auch nicht, warum dann wieder der Modus gewechselt wird.)

Also, Will Varley gestern war leider :daumenrunter01:

Re: Ich war gestern bei....

Verfasst: Samstag 27. Dezember 2025, 20:03
von rulaman
...Weihnachtspogo im Kap Tormentoso in Stuttgart.
Bin ja kein Kneipengänger und wohne auch schon lange nicht mehr in Benz-Town, aber das ist ein sehr schöner Laden. Geht über zwei Stockwerke und im Keller ist eine sehr kleine Bühne.
Witzig dabei die Raumaufteilung. Rechts der Bühne stehen Tische und Bänke, links die Bar und beides noch getrennt durch die Treppe, die nach unten führt. Sollte der Stimmung aber keinen Abbruch tun.

Eingeladen hatte die vielleicht älteste noch bzw. wieder bestehende Oi!-Band des Landes, die Herbärds aus Stuttgart. Gegründet wurden die 1982, mussten aber nach einigen Jahren bereits wieder aufhören, da sich der Frontmann bei einem schweren Motorradunfall schwer verletzte.
Seither geht er mit einer Beinprothese durchs Leben. Den Bassisten kenne ich von meinem Eishockeyclub Stuttgart Rebels, sein Sohn hat bis vor ein-zwei Jahren dort gespielt. Einen Song für den Verein haben sie auch geschrieben.

Mit an Bord waren die Sumpfäpste aus Reutlingen, also quasi meiner Nachbarschaft, auch schon 1986 gegründet und nach einigen Umbesetzungen und ner Unterbrechung immer noch am Start.
Der Laden war proppenvoll und die Sumpfpäpste sorgten mit ihren englischsprachigen Songs schnell für Bewegung im Auditorium. Nach einer dreiviertel Stunde Vollgas sorgte dann die Hymne auf ihren Fussballclub, den SSV Reutlingen, für den Abschluss.
War schön, die jetzt auch mal gesehen zu haben. Was mich in diesem Zusammenhang doch immer wieder freut, ist die Erfahrung, dass man bei derartigen Events immer wieder mit einem mehr als akzeptablen Sound erfreut wird, bei minimalster technischer Ausrüstung.

Die Herbärds konnten dann nach der Umbaupause stimmungsmässig noch einen drauflegen. Stilistisch im klassischen deutschsprachigen Oi!-Punk der frühen 1980er verortet, drehen sich die Themen meist um Freundschaft, Zusammenhalt,Feiern, Trinken, den VfB und die ein oder andere Kritik an gesellschaftlichen Dingen ohne jetzt wirklich politisch zu sein.
Nachdem es seit deren Support-Gig 2019 für die Offenders nicht mehr geklappt hat war es schön, dass ich es dieses Mal endlich wieder geschafft habe.

Somit endet das musikalische Jahresendprogramm nach Tim Vantol, Uli Sailor Punkrock-Piano, Feine Sahne Fischfilet (mit Focus) und Sondaschule ( mit Deine Cousine) sehr zufriedenstellend.
Ich befürchte eine längere Pause bis zum nächsten Konzert das mich interessieren würde.
Aber es gibt ja auch noch Eishockey ... oder ne Überraschung, die ich noch nicht auf dem Schirm habe.