Ich war gestern bei....

Welche Open-Airs besucht ihr sonst noch? Welcher Gig hat euch besonders gefallen / gelangweilt? Ihr sucht Leute für ein gemeinsames Konzert, dann seid ihr hier richtig...

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Öröc
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Re: Ich war gestern bei....

#701 Beitrag von Öröc »

Die habe ich natürlich nicht genau gelesen. Ich finde die Mädels aber schon witzig. Schau mer mal, ob das mal in nächster Zeit klappen wird.

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kottsack
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Re: Ich war gestern bei....

#702 Beitrag von kottsack »

https://www.eventim.de/artist/the-toten ... offerraum/

Keine Ahnung, wo Du wohnst - viele Möglichkeiten gibts nicht mehr. Aber ich kanns empfehlen. War ein guter Abend und ich schließe mich den anderen an: geht auf kleine Konzerte (und als persönliche Note füge ich an "und scheißt auf die Großen").
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kottsack
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Re: Ich war gestern bei....

#703 Beitrag von kottsack »

....de Staat im Strom in München.

Das Strom ist ein richtig netter kleiner Laden eingebettet in das Stadtbild und einfach auch logistisch toll gelegen. Direkt an der U- und Sbahn für jeden bombig zu erreichen. Wir sind hingeradelt.
Es war nicht ganz ausverkauft und, jetzt kommt wieder mal der Schätzweltmeister persönlich, ich schätze so mit gut 100 Leuten. Ich kann nicht schätzen. Alle standen gemütlich, vor dem Mischpult wars locker gedrängt, hinterm Mischpult wars luftig. Das Strom ist ein länglicher, wenig breiter Laden. Daher ist es auf der Bühne dort gerne etwas eng und kuschlig.
Am Anfang kam eine Vorband. Drumset, Bassgitarre und eine Sängerin mit einer heftigen Röhre. Den Namen habe ich verpasst. Die Sängerin war saustark. Das Ganze war nicht sehr "liederig" nenn ichs mal, sondern eher als Krachinstallation nenn ich es jetzt mal. Es war echt gut und hat mir gefallen. Einen Musikdatenträger würde ich aber nicht erwerben, denn das wäre auf der heimischen Anlage einfach zu verstörend.
Nach ca. 30 Minuten war Sense und Umbaupause. Da es platzmäßig nicht so dicke ist auf der Bühne musste die Vorband zusammen mit den Roadies erstmal ihr ganzes Zeug aus dem Bestand von De Staat wieder rausfummeln. Bei anderen größeren Bühnen in Clubs hast halt normal einfach zwei Schlagzeugstationen rumstehen - naja, das geht halt da nicht. Da, wo die Vorband ihren Trommelpeter hatte, stand bei De Staat der Basser und wie gesagt, der brauchte Platz.

Dann kam die Band, hatte Bock und die Leute gingen ab. Es war mein erstes De Staat Einzelkonzert. Ich hatte sie vor Jahren mal am Taubertal im Steinbruch gesehen, wo sie mein Festivalhighlight waren. Ich besitze eine EP der Band und kenne ein paar Lieder sonst noch. Aber das war egal. Die haben alle mitgenommen und in ihren Bann gezogen. Der Sänger ist das, was einen guten Sektenprediger ausmacht und das weiß der auch. Dem folgt alles. Und so sind auch viele Lieder aufgebaut. Publikumssteuerung wie sonst keiner. Die Band verlässt auch selten ihre Rolle - sie stehen da wie die Priester einer Klangkirche und pushen die Leute in die Extreme - das zusammen mit einer geilen Lichtsteuerung in diesem beengten Club war ein großartiges Erlebnis. Und da keine Religion dabei war, war das ein schönes Erlebnis.
Was ich Wahnsinn fand: am Taubertal ist ja Gemischtpublikum (natürlich) und hier war ja Publikum, was wirklich zu der Band wollte. Das ist ja immer so, logisch, aber hier hat das nochmal so viel mehr Atmosphäre geschaffen, weil alle Bock hatten, da mitzumachen. Ich hab mir auch ein Lied ganz von hinten angeschaut. Die Band, vor dem Licht nur als Schatten erkennbar und die kleine Menge, die da sich einen abgezappelt hat. Toll! Ich mag die. Und jetzt hier irgendwelche Einzellieder hinzustellen, würde dem ganzen irgendwie auch nicht gerecht werden, da es das Erlebte nicht abbilden kann. Viele der Lieder haben eine Steigerung drin, die auf einen Höhepunkt zusteuert und dann auf einen Schlag verhallt. Die haben dann auch wenig mit gewohnter Liedarchitektur zu tun. Ich finde es super und werde mir das gerne wieder mal geben, wenn sie wieder in so einem Umfeld sind. Ein toller Abend!

Ganz im Sinn von rulaman wollte ich hinterher die Band am Merch auch unterstützen und mir die obligatorische CD mitnehmen. Ich hab dann wieder abgedreht, weil verarschen lassen muss ich mich nicht: 20 Euro für eine EP mache ich einfach nicht und ich finde das unverschämt. 15 wäre noch ok gewesen. Früher habe ich auch alles ab 15 liegen gelassen, weil ich das frech finde - darauf hätte ich mich in der Zeit jetzt sogar eingelassen. Da ist kein Zwischenhändler drin und dennoch langen sie hin, wie wenn ich sie im Mediamarkt kaufen würde. Im Internet auf gängigen Plattformen gibts die CDs sogar billiger. Muss ich mal schauen, wo ich da zuschlage. Ja, das hat den perfekten Abend ein wenig, aber wirklich nur ganz wenig, getrübt.
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Re: Ich war gestern bei....

#704 Beitrag von Dash »

Danke für den kurzweiligen Bericht :-D
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rulaman
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Re: Ich war gestern bei....

#705 Beitrag von rulaman »

...Milliarden im Stuttgarter Wizemann.
Gleichzeitig spielte im großen Saal nebenan übrigens Talco, wäre dieses Konzert bereits zur Zeit des Kaufs der Milliarden-Tickets angekündigt gewesen hätte ich vielleicht auswürfeln müssen.

Eröffnet wurde der Abend von Salo, einem österreichischen Electropunker. Musik vom Laptop, dargeboten von einem Sänger in einer Stimmlage die mir überhaupt nicht taugt, ist nicht gerade mein musikalisches Beuteschema, sei der Auftritt auch noch so energiegeladen.
Dem grössten Teil des Publikums schien der Auftritt allerdings gut gefallen zu haben, denn er war durchaus mit mehr als den oftmals üblichen Anstandsapplaus beschieden.

Dann also, in einem für mich überraschend gut gefüllten Wizemann Club, der Grund unserer Anwesenheit...Milliarden. Die Band aus Berlin war ja auch schon 2019 auf dem Taubertal aufgetreten und kam dort auf der SfN ganz gut an. Zum ersten Mal gesehen hatten wir sie 2018 beim U&D in Lindau, das nach Unwetterwarnung abgebrochen und für die beiden letzten Bands in den Club Vaudeville verlegt wurde. Bei normalem Konzertverlauf hätten wir die Band damals ignoriert, da ich mir zuvor ein Video angeschaut hatte, das mit nicht gerade gut gefallen hatte. Der Wettergott hatte da scheint was dagegen und der Auftritt im Club hat uns dann total geflasht.
Der Gig im Wizemann wurde von den geschätzten 400 Besuchern von Beginn an sehr enthusiastisch aufgenommen, im Mittelpunkt steht dabei Sänger/Gitarrist Ben Hartmann, der mit seiner intensiven Bühnenpräsenz und auch stimmlich ziemlich an den unvergessenen Rio Reiser erinnert. Noch zu Wochenbeginn mussten Milliarden zwei Konzerte absagen, da der Drummer erkrankt war und der Ersatzdrummer erst am Wochenende Zeit hatte. Was allerdings nicht weiter auffiel, denn die Band (eigentlich ja nur Hartmann und sein Kompagnon, Keyboarder Johannes Aue, plus Gastmusiker ) spielte wie aus einem Guß. Geboten wurde eine gute Mischung aus der noch recht kurzen Schaffensperiode ( Gründung war, glaube ich, 2013), nach gut 90 sehr intensiven Minuten sah man bei Band und Publikum nur zufriedene Gesichter.
Es sei jedem, der die Band noch nicht gesehen empfohlen, das zeitnah nachzuholen :wink:


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Re: Ich war gestern bei....

#706 Beitrag von Dash »

Habe die vor Jahren auch schon in einem kleinen Club (MUZclub Nürnberg) gesehen, war wirklich toll!
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Re: Ich war gestern bei....

#707 Beitrag von kottsack »

...Set it off im Feierwerk/Hansa39.

Das waren meine am längsten rumliegenden Karten. Die hatte ich im Frühjahr 2019 gekauft, ursprünglicher Termin wäre Oktober 2019, also noch vor Corona gewesen, was aber seitens der Band damals abgesagt wurde. Und jetzt wars der insgesamt 5. oder 6. Termin, der dann gestern stattfand.

Es war wieder in dem Raum, wo The Snuts im September waren, wo ich den schon beschrieben hatte. Diesmal wars ein wenig voller, aber immer noch sehr luftig, auch wenn es ausverkauft war.
Publikum war sehr sehr jung, die Leute, die in meinem Alter oder älter waren, waren glaube ich Begleitung für ihren Nachwuchs. Dass ich auch immer wieder an so Kinderkonzerte ranlaufe. Aber so bleibts frisch und ich renne nicht zum 5-10. Mal an die immer gleichen Bands ran. Da ist mir das so schon lieber.

Also, Vorband waren Weathers aus den USA. Sänger mit Billie Joe Armstrong-Aussehen, Bass, Gitarre und einen Ochsen am Schlagzeug, den ich richtig stark fand. Standardaufstellung. Die Musik hatte Dampf, war ziemlich gut, wuchtiger Sound, Rocklastig mit ein wenig elektronisch. Ganz klar in Richtung moderner Emo-Musik, wie sie My Chemical Romance begründet hat. (Achtung: auf Youtube hören die sich null so an wie live. Auf Youtube gefallen mir die nicht) Von denen haben sie dann auch ein Lied gecovert, was natürlich bei den Leuten auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Das Publikum waren Pärchen und/oder überwiegend Psycho-Emo-Mädels und die haben zielgruppenorientiert bei der Band bekommen, was sie wollten. Jedes Lied handelte irgendwie von Medikamenten, Psychoproblemen und "Hach, ich bin ja doch was wert"-Zeugs. Ich finde das sehr problematisch. Das gabs schon immer, dass sich Leute Musik für ihre Nische gesucht haben, nur haben beide Bands diese Bestärkungs-Sache aus meiner Sicht zu kräftig durchgezogen. Ich hab mit Pädagogik nix am Hut und kann das auch nicht. Ich finde "Ja, jeder ist was wert", aber ich finde auch, die Leute sollten sich da nicht zu sehr darauf verkriechen, sondern schon bestrebt sein, in irgend einer Form gesellschaftsfähig zu sein. Klar, Teenies sind noch mitten in der Entwicklung. Ich glaube aber, dass die Möglichkeit besteht, bis ins echte Erwachsenenalter immer noch so behütet zu sein, dass die mit der echten Welt nicht klar kommen. Das ist auch nichts, also kein Erziehungsauftrag, den eine blöde Rockband übernehmen muss. Dennoch sollte eine Band jemandem im Idealfall eine Art Persönlichkeit oder Identität für den Übergang liefern. Hier geht es aber zu weit. Aber gut, der Rubel rollt und das ist hier echt der falsche Platz und kann mir eigentlich auch wurscht sein. NUR: es war ausverkauft. Ich hatte eine Karte übrig. Ich tat das in der Anstehschlange kund, so dass das jeder mitbekommen hat. Ich habe die Reaktionen gesehen. Es sind nicht alle reingekommen. Die sind lieber wieder nach Hause gegangen, als mich anzusprechen und mir die Karte abzukaufen!

Also, egal. Weathers waren gut, haben Spass gemacht. Aus denen könnte was werden, die haben Live-Potential, wenngleich auch noch wenig Live-Können. Ich mag es nicht, wenn jemand Playback singt. Und das hat er. Immer wieder. Und das ist scheiße. Aber sonst. Ja, taugt und war mein Lichtblick an dem Abend.

Dann eine sehr lange Umbaupause und dann kamen Set it off. Gleiche Besetzung wie Weathers davor. Nur, ja, tut mir leid, das war nix. Der Sänger hat eine viel zu dünne Stimme, Schlagzeug auch wieder überwiegend aus der Konserve, ebenso andere Instrumente. Fällt halt auf, wenn der Schlagzeuger beim Einspielen aufsteht und nicht an seinen Geräten ist, die aber trotzdem Krach machen. Uff. Harte Kost. Wir sind dann auch wirklich nach gut 20 Minuten heim gegangen. Ich hab noch versucht, von der Vorband eine CD mitzunehmen, die wollten aber nichts verkaufen. Der Merchmann stand wenige Schritte neben dem Verkaufsstand, wollte aber mir nichts verkaufen. Er wollte lieber das Konzert schauen. Selber schuld. Set it off selbst war dann Gitarrengestützter ganz schlechter Pseudo-Rap wieder mit den oben beschriebenen Psycho-Thematiken. Also ja, es hat nicht ganz zwischen mir und der Band gepasst. Mei, ich hab einfach schon so viel besseres gesehen. So ziemlich jedes Konzert, was ich gesehen habe, war besser als das gestern. Aber ok, kann auch mal passieren. Jetzt weiß ich, dass ich mit denen nicht warm werde. Und es war erst das 2. Einzelkonzert in meinem Leben, wo ich früher gegangen bin und beim ersten war ich krank und habs nicht mehr ausgehalten (und es war nicht so gut - waren damals die Brieftauben an selber Stelle). Das war also, wenn ich das mal durchrechne, wohl das schlechteste Einzelkonzert, das ich jemals gesehen habe.
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